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Haltung gilt als positiv...
...weil sie zeigt, dass der Mensch in seinem statischen Zentrum "ungebrochen" ist, was nichts anderes bedeutet, als dass seine Wirbelsäule intakt ist. Im übertragenen Sinne steht diese gerade Haltung für den auch geistig aufrechten Menschen, der sich nicht korrumpieren lässt. Doch eine gesunde Wirbelsäule, ein gesunder Rücken, brauchen Voraussetzungen zur Erhaltung ihrer Gesundheit.
Seit vielen Jahren wird immer wieder von der Volkskrankheit "Rückenschmerzen" gesprochen, Ärzte und Krankenkassen haben die große Häufigkeit statistisch belegt. Die Ursachen der Rückenbeschwerden sind vielfältig und keineswegs - wie immer behauptet wird - eindeutig: auch wenn die Bandscheiben eine zentrale Rolle spielen, können sich diese Erkrankungen aus dem Zusammenwirken zahlreicher Faktoren er- geben. Fehlhaltungen und Missbildungen
am Bewegungsapparat, muskuläre und neurologische Störungen wie auch psycho- somatische Beschwerden können ein Krankheitsbild ergeben, das hochkomplex ist. Im Einzelfall ist immer eine ausführliche Diagnostik erforderlich. Doch eines gilt (fast) immer: Richtiges Sitzen in Verbindung mit Bewegung hilft heilen!
Warum ist das so? Der menschliche Körper ist kein ausschließlich statisches Gebilde, das sich durch Druck und Zug definiert. Er ist eher eine kinetische Figur, deren mechanisches Zusammenwirken durch Muskeln, durch- blutete Knorpel (Bandscheiben) und Leitbahnen (Nerven) bestimmt wird. Zweifels ohne tragen gerade die Bandscheiben eine Superlast, weil sie sich unter Druck verformen müssen: nach langer Entlastung im Liegen (morgens) haben sie sich ausgedehnt und sind gut durchblutet, nach der Arbeit am Abend sind sie kleiner geworden wie ein zusammengedrücktes Kissen. Es gilt also generell, die Bandscheiben weniger zu belasten, was die natürliche S-Form der Wirbelsäule eigentlich schon bewirkt. Tritt dagegen ein Kippen der Lendenwirbel nach hinten (Kyphose) ein, werden die Bandscheiben dort, wo es nicht sein soll, übermäßig zusammengedrückt.
Der Stuhl hat also Komplexes zu leisten: Er soll den natürlichen Verlauf der Wirbelsäule unterstützen, die Bandscheiben entlasten und bewegen (bessere Durchblutung), die Muskulatur aktivieren und nicht zuletzt einen subjektiv komfortablen Eindruck beim Benutzer erzeugen. Selbstverständlich kann kein Stuhl der Welt das alles gleichzeitig leisten: wesentlich ist aber, dass er dazu anregt, nicht einengt und immer die Dynamik fördert!


Designed um sich wohlzufühlen
Sich an seinem Arbeitsplatz rundherum wohl zufühlen ist das Hauptziel aller ergonomischer Überlegungen. Gesundes, kraftschonendes Sitzen ist dabei ein wichtiger Aspekt - denn der Mensch sitzt nicht automatisch richtig. Unsere Stühle erfüllen alle ergonomischen Anfor- derungen ideal: sie lassen sich durch eine Vielzahl von Verstellmöglichkeiten optimal auf seinen Benutzer einstellen.
Die Kulturleistung des Sitzens
Das aufrechte Gehen ...
... sehen wir in unserer Ahnentafel gerne, denn es grenzt uns ab zum Affen und zu den noch weiter zurückliegenden Vorfahren. Darauf sind wir sehr stolz, und doch gaben wir diese für das Menschsein wesentliche Haltung zugunsten Sitzens ganz schnell auf. Zurückgekehrt von der Jagd musste sich der Homo Sapiens ausruhen. Er kauerte auf dem Boden, einem Baumstumpf, irgendwo. Das Sitzen auf einem Artefakt, also etwas vom Menschen geschaffenen, war in den meisten Kulturen zunächst den Priestern, Königen und natürlich den Göttern vorbehalten. Sie durften eine Position einnehmen, die für unsere Kultur prägend werden sollte: ein senkrechter Oberkörper, ein aufrechtes Haupt, abgewinkelte Oberschenkel und wiederum senkrechte Unterschenkel. Die Füße sind sicher geerdet.
Sie saßen. Überlieferte konkrete Beispiele für Sitzmöbel aus den ägyptischen und kretisch- minoischen Kulturen können wir ungefähr dreitausend Jahre zurückverfolgen. Noch heute bewundern wir die handwerkliche Kunst, die als Zeichen der Verehrung für die Höhergestellten in die Gestaltung der Throne, Sessel und Hocker einfloss. Diese Privilegien konvergierten über die Jahrhunderte in den Alltag. Besonders über die griechische Kultur und ihre Darstellungen fanden Sitzmöbel und das Sitzen Eingang in unsere europäisch westliche Kultur.
Heute scheinen die Menschen fast überall auf der Welt- nur noch zu sitzen, und sie tun es gerne. Sie sitzen beim Arbeiten, Essen, Trinken und Fernsehen, sie sitzen vor dem Computer und wie das Kaninchen vor der Schlange, sie sitzen im Gefängnis und zu Hause, sie sitzen im Auto und fliegen sitzend, sie sitzen nahezu überall, weil das Sitzen für eine gewisse Ruhe steht. Im Gegensatz zum Gehen, Laufen oder Rennen, denn in diesen Zuständen kann der Mensch keine Gleichungen aufschreiben, nicht streiten, keine Kreuze auf Lottoscheine malen oder die Ehe schließen. Also setzt er sich hin und nimmt in Kauf, dass seine Bewegungsfähigkeit nachlässt, nicht nur, weil er im Sitzen zu viel isst und sich zu wenig bewegt.
Denn zum gesunden Menschsein gehört nichts so sehr wie Bewegung. Also sind Stühle, diese Objekte des a priori Unbeweglichen, zunächst etwas Kontraproduktives. Und doch gibt es kaum ein den Menschen nahe stehendes Objekt, das in so zahlreichen Funktions- und Designvarianten existiert, das immer wieder neu gestaltet wird, das von Architekten und Designern geliebt wird, das als Symbol unserer Kultur gilt: der denkende Mensch ist ein sitzender Mensch, der Stuhl repräsentiert ihn.
Doch die oftmals falsche Sitzhaltung und der Mangel an Bewegung sind ganz einfach ungesund. Der Körper verlangt nach Bewegung, weil nur eine bewegte Muskulatur dauerhaft die Kräfte aufbauen kann, die Skelett und Organismus in ihrer Funktionsfähigkeit erhalten. Dazu sind Stühle notwendig, die den grundsätzlichen Belastungen durch langes Sitzen entgegen wirken können.


Neue Ideen - Neue Produkte
Der Innovationsgeist von interstuhl ist geprägt zum einen von der Kompetenz der eigenen Entwicklungsabteilung, zum anderen von deren Bereitschaft, bei der Lösung konkreter Aufgaben mit Universitäten und renommierten Forschungseinrichtungen wie dem Fraunhofer Institut zusammenzuarbeiten. Dieser offene, interdisziplinäre Ansatz findet seinen Nieder- schlag sowohl in unmittelbaren Produkt- innovationen, als auch in langfristig wirksamen Konzepten und Lösungsansätzen.
Der Mut, gängige Lehrmeinungen in Frage zu stellen und sich in gedankliches Neuland zu wagen, zeigt sich nicht zuletzt im interstuhl-Ergonomiekonzept, das in den letzten Jahren entwickelt wurde.